Allein ausreiten – wie Selbstständigkeit entsteht

Raus ins Gelände – wie Ausreiten wieder selbstverständlich wird: Teil 3

In den letzten beiden Ausgaben ging es in unserer Reihe „Raus ins Gelände“ um den erfolgreichen Einstieg ins Ausreiten. In dieser Ausgabe erweitern wir die Anforderungen, denn nun geht es darum, sich allein mit seinem Pferd ins Gelände zu wagen. 

Irgendwann kommt beim Ausreiten ein Punkt, an dem sich etwas verschiebt, ohne dass sich im Außen viel verändert hat, und genau das macht ihn für viele Reiter so herausfordernd. Denn es ist der Moment, in dem man beginnt, allein mit einem Pferd loszugehen, nicht weil man muss oder weil es der nächste logische Schritt wäre, sondern weil sich aus dem, was vorher entstanden ist, langsam das Gefühl entwickelt, dass es möglich sein könnte, auch wenn es sich noch nicht vollständig sicher anfühlt.

Auch wenn Pferd und Mensch vorbereitet sind, wenn sie gemeinsam und in sicherer Begleitung Wege gegangen sind, Situationen erlebt und bewältigt haben und sich dabei eine Form von Vertrauen entwickelt hat, bleibt dieser erste Schritt allein oft ein besonderer, weil die Verantwortung nicht mehr geteilt wird, sondern in einer ruhigen, manchmal ungewohnten Klarheit ganz beim Menschen ankommt.

Selbstständigkeit entsteht nicht im großen Moment

Viele warten auf den einen Zeitpunkt, an dem sich alles eindeutig und stabil anfühlt, so als müsste erst ein innerer Zustand erreicht werden, bevor man allein ausreiten kann. Doch in der Praxis zeigt sich immer wieder, dass Selbstständigkeit nicht in einem einzelnen Moment entsteht, sondern sich aus Wiederholung, Vertrautheit und kleinen, unspektakulären Erfahrungen zusammensetzt, die mit der Zeit zu etwas werden, das sich tragen lässt.

Gerade deshalb sind es am Anfang nicht die neuen Wege, die Sicherheit bringen, sondern die bekannten, die man nicht mehr hinterfragt, weil sie sich im Körper und im Ablauf bereits eingeprägt haben.

Praxistipp 1: 

Bekannte Wege bewusst wiederholen

Es kann sehr hilfreich sein, dieselbe Strecke mehrere Tage hintereinander zu reiten, weil genau in dieser Wiederholung etwas entsteht, das sich nicht erzwingen lässt, nämlich eine Form von Routine, durch die Abläufe ruhiger werden, Entscheidungen klarer fallen und sich das Gefühl entwickelt, dass nicht jeder Schritt neu bewertet werden muss, sondern sich vieles von selbst ergibt.

Kleine Veränderungen, große Wirkung

Innerhalb dieser vertrauten Wege lassen sich dann…

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Text: Manu Berg, Foto: Michelle Leber Photography