Joe Moore – Sire of Speed
Legenden der American Quarter Horse Zucht
Der Sohn des Foundation Sires Little Joe und der herausragenden Rennstute Della Moore führte das Erbe unter seinem eigenen Namen fort.
Ott Adams aus Alica, Texas stand zu Beginn der 1920er Jahre vor einem wahren Pferdezüchter-Dilemma. Er besaß einen der bedeutendsten Deckhengste in der Geschichte der American Quarter Horses. Dieser Hengst, Little Joe, ein Sohn von Traveler und der Sykes-Rondo-Stute Jenny, wurde 1905 geboren, und Ott war bewusst, dass der Tag nahte, an dem er einen Nachfolger für den Hengst finden musste.
Ott besaß eine hervorragende Zuchtstutenherde, doch bisher hatte keine den potenziellen Nachkommen seines Top-Hengstes hervorgebracht. Er kam der Suche nach Little Joes Nachfolger einen großen Schritt näher, als er die Gelegenheit bekam, die Old DJ-Stute Della Moore zu erwerben, die fabelhafte Cajun-Match-Racerin, die für den Rennsport geboren war. Della Moores erstes Fohlen war der Vollbluthengst Joe Reed von Joe Blair, der die Familie begründete, aus der Joe Reed II, Leo und First Down Dash hervorgingen.
Schon damals war solch gutes Blut nicht billig. Ott zahlte 600 Dollar für Della Moore, eine beträchtliche Summe im Jahr 1922. Er deckte die Stute noch am selben Tag mit Little Joe. Das Ergebnis war jedoch ein Stutfohlen, das Ott Aloe nannte und bald darauf an den bekannten Pferdezüchter John Dial aus Goliad, Texas verkaufte.
Im folgenden Jahr blieb Della Moore leer, im Jahr darauf brachte sie Grano De Oro zur Welt, einen guten Sohn von Little Joe, der aber noch nicht Otts Vorstellungen entsprach.
Della Moores nächstes Fohlen war Joe Moore, geboren am 23. März 1927. Im gleichen Jahr musste Ott, der in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten geraten war, seinen Top-Hengst Little Joe verkaufen.
Doch zumindest hatte der Pferdezüchter einen offensichtlich würdigen Ersatz. Joe Moore entwickelte sich zu einem stattlichen Fuchshengst. Von klein auf war er ein typvolles American Quarter Horse, ein perfekt proportionierter, muskulöser Hengst mit schrägen Schultern, geraden Vorderbeinen mit kurzen Röhrbeinen, einem guten Rumpf und kräftigen Vorder- und Hinterbeinen – alles vereint in einem 1,47 m großen Rahmen. Ott mochte ihn vom ersten Tag an.
Noch 1950 wurden AQH-Züchter in dem Artikel „Sires of Speed“ im amerikanischen Quarter Horse Journal davor „gewarnt“, den „alten Joe Moore“ zu übersehen. Dieser sei zwar den größten Teil seines Lebens in der Zucht von Ranchpferden eingesetzt worden, aber sein großes Erbe an Schnelligkeit wurde erfolgreich an viele Sprintfavoriten, Enkel sowie direkte Nachkommen weitergegeben.
Quelle/Foto: AQHA
