Gut organisiert und sauber
Die Futterkammer
Wer kennt es nicht: Die Stallkollegin oder gar der -Betreiber fährt in Urlaub und plötzlich ist man für die Fütterung fremder Vierbeiner verantwortlich. Aus dem „Ich leg Dir ´n Zettel hin“ bis „steht alles da und da“ wird spätestens beim Öffnen der Tür zur Futterkammer ein großes Fragezeichen. Flaschen, Dosen, Tüten, Tonnen, Eimer und Säcke in bunter Vielfalt, zum Teil handbeschriftet, ein wildes Durcheinander und häufig komplett unübersichtlich, manchmal sogar verdreckt. Und einmal mehr zeigt sich, wie wichtig die Organisation im Pferdestall und in diesem Fall der Futterkammer ist…
Eine gut organisierte Futterkammer ist das Herzstück jedes Pferdestalls. Sie entscheidet nicht nur über die Effizienz im täglichen Ablauf, sondern hat auch direkten Einfluss auf die Gesundheit der Pferde. Nicht nur können Fehler bei Lagerung oder Hygiene von Futtermitteln schnell zum Qualitätsverlust des Futters führen, auch Nachlässigkeit in der Beschriftung und ein wildes Durcheinander wichtiger Futterzusätze kann zu ungenauem Dosieren, zu Verwechslung oder sogar zu gesundheitlichen Problemen führen. Deshalb lohnt es sich für jeden Stall, die Futterkammer sorgfältig zu planen, einzurichten und konsequent sauber zu halten – sauber sowohl was die Hygiene als auch die Übersichtlichkeit angeht, damit die tägliche Fütterung nicht in ein munteres „Was ist was?“-Spiel ausartet.
Priorität: Sauberkeit und Hygiene
Die Futterkammer muss stets sauber, trocken und gut belüftet sein. Feuchtigkeit ist einer der größten Feinde von Futtermitteln, da sie Schimmelbildung begünstigt. Daher sollten nicht nur die Böden regelmäßig gereinigt und Futterreste sofort entfernt werden, sondern auch turnusmäßig Regale, Futtertonnen und -eimer etc. akribisch sauber gehalten werden. Auch der Schutz vor Schädlingen spielt eine wichtige Rolle: Mäuse und Ratten werden von offen gelagerten Futtermitteln magisch angezogen. Nicht nur in Hinblick auf Hygiene sind Schadnager ein No-Go, sie können auch Krankheiten übertragen und Vorräte zerstören.
Lagerung der Futtermittel
Unterschiedliche Futtermittel haben unterschiedliche Ansprüche. Kraftfutter wie Müslis, Hafer, Rübenschnitzel und Raufutter-Cobs sollten in sicher verschließbaren, möglichst luftdichten Behältern gelagert werden, um so vor Feuchtigkeit und Ungeziefer geschützt zu sein. Wichtig: Die Behälter sollten regelmäßig gereinigt werden – sorgfältig trocknen lassen, keinesfalls Futtermittel in noch feuchte Tonnen schütten! Sind die Behältnisse groß genug, kann man auch den kompletten, nur oben geöffneten Futtersack hineinstellen – eine sehr hygienische Sache, da das Futter dann direkt aus der Originalverpackung in den Trog wandert.
Mineral- und Ergänzungsfutter sowie medizinische Futterzusätze sollten nach Pferd sortiert getrennt und gut beschriftet aufbewahrt werden, um Verwechslungen zu vermeiden.
Flaschen mit flüssigen Futterzusätzen müssen nach Gebrauch immer fest verschlossen werden, bei Bedarf sollte der (verklebte) Ausguss mit Küchenrolle gereinigt werden– nicht ist ekliger als verklebte Flaschen bzw. verklebte Hände nach dem Futtermischen.
Futter, nur Futter
Eine gut organisierte Futterkammer enthält übrigens nur und ausschließlich Futtermittel, Futterzusätze und evtl. mit dem Futter zu verabreichende Medikamente – kein Fliegenspray, keine Augentropfen, keine Heilsalbe. Dafür ist der Spind gedacht! Zudem sollte jeder Pferdebesitzer darauf achten, dass – Stichwort Bestandsmanagement – immer genug Futter bevorratet ist, altes, abgelaufenes (Zusatz-)Futter entsorgt wird und die Futterschüsseln oder -eimer regelmäßig gereinigt werden.
So sieht’s aus
Die ideale Futterkammer im Pferdestall ist sauber, trocken und bietet auch bei größeren Pferdebeständen für jedes Pferd individuell Platz, um alles rund ums Futter an einem Ort zu haben. So werden die Qualität der Futtermittel, ein reibungsloser Ablauf während der Fütterungszeiten sowie die individuell korrekte Fütterung jedes Pferdes gewährleistet. Wer hier sorgfältig arbeitet, schafft die Grundlage für gesunde und leistungsfähige Pferde. Und das ist mindestens ebenso wichtig wie die teuren Zusatzfutter, die dort gelagert werden!
Text: Friederike Fritz, Foto: Gabriela Bertolini/stock.adobe.com
