Schlank & gesund durch die Weidezeit
Endlich stehen unsere Pferde wieder auf dem satten Grün, das Gras sieht frisch aus, die Halme stehen lang und saftig, herrlich… Und schon hadern viele Pferdehalter damit, dass ihr Pferd eventuell in den nächsten Wochen an ungewollten Pölsterchen zulegt und wollen die Weidezeit dringend begrenzen. Doch Vorsicht: Was auf den ersten Blick aussieht wie ein extravolles Buffet an allem, was das Pferd für Wohlsein und Gedeihen braucht, kann trügerisch sein, denn oftmals entpuppt sich die sattgrüne Pferdeweide als nährstofftechnischer Blender.
Wenn die Sommerweide üppig aussieht, bedeutet das nicht automatisch, dass sie den Nährstoffbedarf eines Pferdes wie gewünscht deckt. Gerade in trockenen Perioden, auf stark genutzten Flächen oder bei nährstoffarmen Böden kann das Gras zwar ausreichend Energie liefern, wichtige Mengen- und Spurenelemente oder Eiweiß dagegen sind häufig Mangelware. Eine gezielte Zufütterung – gerade für Zucht- und Sportpferde – ist nun entscheidend, um Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden der Pferde zu sichern.
Veränderungen im Laufe der Weidesaison
Im Frühsommer enthält junges Gras oft viel Energie und Protein, so dass es je nach Witterung und geografischer Lage momentan noch nicht zu größeren Defiziten kommt – im Gegenteil: Für besonders leichtfuttrige Pferde gilt es häufig, nach einigen Stunden Weidegang die Bremse zu ziehen und die Zeit auf dem saftigen Grün zu begrenzen.
Mit zunehmender Reife jedoch sinkt der Gehalt an verdaulichen Nährstoffen. Hitze und Trockenheit verschärfen das Problem. In der Folge wächst das Gras langsamer, der Lignin-Gehalt steigt, die Halme verholzen und die Weide verliert als Futterlieferant an Qualität. Gleichzeitig kann der Mineralstoffgehalt stark schwanken – abhängig von Bewuchs, Bodenbeschaffenheit und Düngung. Und vor allem der Gehalt an Eiweiß kann bei überständigem Gras knapp werden, was insbesondere für Zuchtstuten und ihre Fohlen eine entscheidende Rolle spielt.
Mengen- und Spurenelemente im Auge behalten
Auch was die Versorgung mit Magnesium (Muskulatur, Nerven), Zink, Kupfer und Selen (Immunsystem, Haut, Stoffwechsel) sowie das durch vermehrtes sommerliches Schwitzen ausgeschiedene Natrium angeht, sollte man als Pferdehalter entsprechend eingreifen und entsprechende Supplemente zufüttern. Während es an Zink, Kupfer und regional immer häufiger Selen auf vielen Weiden mangelt, ist Eisen übrigens überall reichlich vertreten.
Mängel zeigen sich nur schleichend
Anfangs sieht das Pferd super aus, es ist frisch und fröhlich, sein Fell glänzt und das Training sowie lange Ausritte nehmen so richtig an Fahrt auf – klar, ausreichend Bewegung ist wichtig, schließlich soll der Vierbeiner ja trotz üppiger Weidekost dynamisch, schlank und topfit bleiben.
Nach einigen Wochen – scheinbar plötzlich – will er oder sie dann nicht mehr so. Die…
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Text: Friederike Fritz, Foto: Daniel Djuric
