Raus ins Gelände
Wie Ausreiten wieder selbstverständlich wird – Teil 1
Ausreiten galt lange als das Selbstverständlichste der Welt. Pferd satteln, Hof verlassen, Wege gehen, zurückkommen. Heute ist genau das für viele Reiter zu einer Hürde geworden. Nicht, weil Pferde ungeeignet oder Menschen schlecht ausgebildet wären, sondern weil Unsicherheit, Verantwortung und Erwartungsdruck größer geworden sind. Manuela Berg zeigt in unserem Mehrteiler, wie das Ausreiten (wieder) zur Freude wird.
Das Ausreiten, das Reiten ins Gelände, ist kein zusätzlicher Programmpunkt im Training. Es ist der Ort, an dem sich Beziehung, Führung und Vertrauen zeigen – ohne Abgrenzung, ohne Viereck und häufig auch ohne Zuschauer.
Wenn der Hof zur Grenze wird
Viele Pferde „funktionieren“ auf dem Reitplatz zuverlässig. Sie kennen Lektionen, reagieren fein, sind gut vorbereitet. Und trotzdem bleibt der Hof oft die unsichtbare Grenze. Gedanken wie „Was, wenn etwas passiert?“ oder „Was, wenn ich mein Pferd nicht geregelt bekomme?“ sorgen dafür, dass Ausreiten auf später verschoben wird.
Dieses Später kommt leider meist selten. Denn: Sicherheit entsteht nicht durch Warten, sondern durch Erfahrung.
Vorbereitung ohne Stillstand
Ein sinnvoller Weg ins Gelände oder zurück ins Gelände beginnt nicht draußen, sondern in einem geschützten Rahmen. Ein eingezäunter Naturtrail-Garten zum Beispiel bietet genau das: Sicherheit ohne Stillstand. Hier lassen sich viele Situationen vorbereiten, die später im Gelände auftauchen – wechselnde Untergründe, enge Passagen, optische Reize oder Bewegung im Raum.
Der Unterschied zum klassischen Reitplatz ist entscheidend. Es geht nicht um Lektionen oder Korrektheit, sondern um Orientierung. Das Pferd lernt, sich am Menschen zu orientieren. Der Mensch lernt, Entscheidungen zu treffen, ohne zu kontrollieren.
Wichtig ist dabei: Der Trail ist kein Ersatz fürs Gelände. Er ist Vorbereitung. Irgendwann muss der Zaun bewusst hinter sich gelassen werden.
Praxistipp 1: Vorbereitung richtig nutzen
Nutze den Naturtrail-Garten nicht, um alles „abzusichern“, sondern um Reaktionen zu beobachten.
Frage dich nicht „Wie verhindere ich Unsicherheit?“, sondern „Wie bleibe ich klar, wenn sie auftaucht?“
Vertrauen leihen – Ausreiten in Begleitung
Der Übergang ins Gelände gelingt vielen Menschen leichter in…
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Text: Manu Berg, Foto: Michelle Leber
