So findet der Nachwuchs ein neues Zuhause
Pünktlich mit Beginn des Herbstes werden die Fohlen in vielen Fällen nicht nur abgesetzt, sondern der Züchter möchte sie auch an den Markt bringen. Hierfür eignen sich geeignete Verkaufsanzeigen auf verschiedenen Plattformen und Medien. Felix Ortmann, Spezialist in Sachen Pferdeverkauf bei ehorses, gibt im folgenden Interview wertvolle Tipps, wie Fohlen und Jungpferde optimal präsentiert werden auf dem Weg in ihr neues Zuhause.
Gerade für Züchter beginnt nun die Zeit, ihre Nachzucht, auch Jährlinge und Zweijährige zu verkaufen. Für Fohlen ist der Markt nun also besonders groß – wie gelingt es, die eigene Nachzucht dennoch optimal zu vermarkten?
Felix Ortmann: Bei Fohlen, Jährlingen und Zweijährigen kann es etwas schwieriger sein, weil sich die Pferde noch in Wachstumsphasen befinden und optisch nicht immer alles zusammenpasst. Hier muss man genau überlegen, wie man die Pferde präsentiert. Eine Möglichkeit ist, mit dem Verkauf zu warten, bis die Pferde drei- oder vierjährig und damit weiter ausgewachsen sind – dann passt das Gesamtbild oft schon besser.
Entscheidet man sich für den Verkauf im jüngeren Alter, sollte man den aktuellen Stand der Entwicklung ehrlich in Bildern darstellen: idealerweise im Seitenbild vor neutralem Hintergrund, damit man sich einen guten Eindruck verschaffen kann. Es lohnt sich außerdem, zusätzlich Fotos aus der Fohlenzeit mit einzustellen, damit Interessenten die Entwicklung des Pferdes nachvollziehen können – schließlich sieht ein Fohlen am Anfang oft noch ganz anders aus und viele Käufer entscheiden sich stark aufgrund des optischen Eindrucks. Wir geben da gern die übliche Regel „3 Tage – 3 Wochen – 3 Monate“ mit.
Ergänzend sollte man im Beschreibungstext auf die Abstammung sowie auf den Charakter oder Prämierungen des Pferdes eingehen.
Spielen Deiner Erfahrung nach Ergebnisse aus einer Fohlenschau eine Rolle bei der Präsentation des Fohlens?
Felix Ortmann: Ja, definitiv. In einem Inserat sollte man alles aufführen, was den Verkaufswert unterstreicht und die Besonderheiten des Pferdes hervorhebt. Positive Ergebnisse von einer Fohlenschau gehören da klar dazu. Häufig bringt eine solche Veranstaltung auch gleich professionelle Fotos/Videos mit sich, die man dann ebenfalls für ein aussagekräftiges Inserat nutzen kann – natürlich immer unter Berücksichtigung des Urheber- bzw. Nutzungsrechtes.
Viele Verkäufer scheuen sich, ihre Preisvorstellung zu veröffentlichen – wie siehst Du das als Experte? Möchte der Käufer nicht ungefähr wissen, in welchem Preissegment sich das Pferd bewegt?
Felix Ortmann: Manche Verkäufer bevorzugen „Preis auf Anfrage“, um mehr Interessenten zu einer direkten Kontaktaufnahme zu bewegen. Allerdings hat fast jeder Käufer eine ungefähre Budgetvorstellung im Kopf – deshalb kann eine transparente, realistische Preisangabe von Vorteil sein.
Wer den Preis nicht exakt festlegen möchte, kann bei uns auch mit Preiskategorien arbeiten. Das bietet sich besonders bei jungen Pferden an, die sich noch in der Ausbildung befinden oder erfolgreich auf Turnieren vorgestellt werden – hier kann sich der Preis im Laufe der Zeit ändern. Preiskategorien geben dann einen groben Rahmen vor, ohne sich zu früh festzulegen.
Am Ende bleibt es Geschmackssache, aber aus Käufersicht kann das Fehlen einer Preisangabe auch eine Hemmschwelle sein: Viele Interessenten möchten nicht erst nachfragen müssen, nur um dann zu erfahren, dass das Pferd außerhalb ihres Budgets liegt.
Wie wichtig sind Fotos und Videos und macht es Sinn, auch Bilder von den Elterntieren zu veröffentlichen?
Felix Ortmann: Wir empfehlen grundsätzlich, aussagekräftige Fotos und auch Videos einzustellen. Bilder der Elterntiere machen bei Fohlen und Jungpferden definitiv Sinn – sie sollten aber eher an dritter oder vierter Stelle im Inserat stehen. Ganz am Anfang sollte das Pferd selbst im Fokus stehen. Als Titelbild eignet sich ein echter Eyecatcher, der sofort ins Auge fällt, gefolgt von einem klassischen Seitenbild des Pferdes. Je nach Alter und Ausbildungsstand ist danach auch ein Kopfbild oder ein Bild unter dem Reiter sinnvoll.
Man muss sich immer fragen: Welches Bild repräsentiert das Pferd für die passende Zielgruppe am besten? Wichtig ist, dass es auffällt – manchmal bedeutet das auch, sich bewusst von der Masse abzuheben.
Bei Videos gilt: Es sollte wirklich aussagekräftiges Material sein, das das Pferd von seiner besten Seite zeigt und eine angemessene Präsentation des aktuellen Ausbildungsstands zeigt. Ist das Videomaterial nicht optimal, kann es sinnvoller sein, kein Video direkt ins Inserat zu packen, sondern anzubieten, interessierten Käufern auf Anfrage ein Video zuzusenden.
Das Interview führte Friederike Fritz.
