Spuren im Sand

Wissen to go: Linien als Hilfe für den Reiter 

OK, es muss nicht unbedingt Sand sein, aber „Spuren im Hallenboden“ hört sich einfach weniger gut an. Fakt ist: Unsere Pferde hinterlassen – ganz unromantisch – Spuren im Boden, Hufabdrücke, die zeigen, wo es entlang gegangen ist, aber auch, wie die Hufe gesetzt wurden. Wir kennen außer diesen Spuren, die den Weg des Pferdes nachzeichnen, auch gedachte Linien, die ebenfalls relevant sind. 

Gerade in Zeiten, in denen Hallen und Außenreitplätze häufiger frequentiert werden, spielen allerlei Spuren im Sand eine größere Rolle als im Sommerhalbjahr. Zudem sind sie eine Hilfe, die Reiter und Pferd grundsätzlich weiterbringen.

Der Hufschlag: Geht es immer an der Wand lang? 

Hufschlag – ist das nicht der tiefe Graben im Hallenboden entlang der Bande, mit abgerundeten Ecken? Äh – nicht direkt… Häufig wird der Hufschlag mit „Ganze Bahn“ gleichgesetzt, aber im Grunde ist jede Linie, die unser Pferd in der Reitbahn geht, ein Hufschlag. Man hat allerdings (das waren die „Englischreiter“) bestimmte Figuren definiert, die als Übung dienen und im Training möglichst genau und sich an den Bahnpunkten orientierend geritten werden – die Hufschlagfiguren. 

Der Einfachheit halber versteht man unter DEM Hufschlag den ersten Hufschlag, eine gedachte Strecke entlang der Außenbegrenzung einer Reitbahn, die das Pferd auf gerader Linie und in jeder Ecke in Form einer Viertelvolte zurücklegt. Daneben, in Richtung Bahninneres, liegt der zweite Hufschlag und zur Not wird auch noch ein dritter Hufschlag genutzt. Zudem kennt man beim „Englischreiten“ die Hufschlagfiguren, die bereits erwähnten genau definierten Übungen auf allerlei Wegen entlang der Bande und im Bahninneren. 

Zirkel sind bekannte Hufschlagfiguren und auch Volten kennen die meisten Westernreiter. Im Westernreiten spielen Hufschlagfiguren nur eine vergleichsweise untergeordnete Rolle, erster und zweiter Hufschlag dienen aber wie bei den klassisch-deutsch orientierten Reitern der Trennung von schnellen und langsamen Gangarten. Insgesamt ist das Thema vergleichsweise wenig präsent, obwohl es durchaus Potential hat, Reiter und Pferd voranzubringen. So ist es sehr sinnvoll, mal ganz unabhängig von der gewählten Gangart (und nur dann, wenn die Frequentierung der Reitbahn dies zulässt) ab und an bewusst auf dem zweiten oder dritten Hufschlag zu reiten.

Oft orientieren sich Reiter und Pferd so stark an der Bande, dass es ohne diese Form der Anlehnung nicht möglich ist, gerade Linien zu reiten. Wer plötzlich herumeiert, wenn vom ersten auf den dritten Hufschlag gewechselt wird, hat Nachholbedarf.

Linien: Präzisionsarbeit gefragt

„Linie“ ist auch ein wichtiges Stichwort: Die Linienführung ist ein Maß dafür, wie gut…

Hier den kompletten Artikel weiterlesen…

Text & Foto: Angelika Schmelzer