Immer locker bleiben!

Bewegung bei Kälte & Nässe

Es ist kalt und nass und sowohl wir als auch unsere Pferde fühlen sich nicht sonderlich wohl damit. Dafür gibt es auch körperlich gute Gründe: Wenn unsere Muskulatur auskühlt, kommt es zu Verspannungen. Wärme dagegen – ob selbst oder aber von außen erzeugt – sorgt für Entspannung der Muskulatur. Das gilt auch für unsere Vierbeiner. Ist die Muskulatur kalt und steif, wirkt sich dies negativ auf den gesamten Bewegungsapparat aus – ist sie dagegen locker und durchgewärmt, können alle Strukturen reibungslos arbeiten.

Fakt ist nicht nur, dass die Muskulatur des Pferdes bei andauernder Kälte und Nässe auskühlt, sondern auch das Fasziengewebe wird träge, verklebt schneller und behindert so die Muskulatur in Sachen Funktion und Geschmeidigkeit. Damit nicht genug: Da im Fasziengewebe die Mastzellen und Makrophagen „eingebaut“ sind, die wiederum wichtige Teile des Immunsystems und für die Entsorgung der Abbauprodukte des Muskelstoffwechsels verantwortlich sind, haben verklebte Faszien auch indirekt Einfluss auf die Abwehrkräfte des Pferdes. Und auch die Gelenke arbeiten reibungsloser, wenn sie vor dem Training behutsam durchgearbeitet werden, anstatt direkt auf „Anschlag“ zu gehen. Aber eins nach dem anderen.

Essenziell: richtiges Aufwärmen

Untersuchungen bei Pferden zum Aufwärmen vor dem Training bestätigen dies. Ein Überblick über Studien (tinyurl.com/2h4patvw) zu diesem Thema mit Pferden, die in unterschiedlichen Disziplinen geritten werden, belegt, dass ausreichendes Aufwärmen unter anderem zu einem Anstieg der Körpertemperatur führt. Der Körper passt sich an die durch Training geforderte Leistung an. Dazu gehören höhere Herzfrequenz, schnellerer Sauerstoffverbrauch der Muskeln und geringere Anreicherung von Blut- und Muskellaktat. Damit aber nicht genug: Das Aufwärmen vor dem eigentlichen Training hat noch viele weitere positive Auswirkungen auf den Pferdekörper.

Muskeln lieben Wärme

Unaufgewärmt – das haben sicherlich schon viele Reiter bemerkt – fühlt sich das Pferd unter dem Sattel steifer an, die Schritte sind kürzer und weniger elastisch. Dies liegt daran, dass das Zusammenspiel der einzelnen Muskelgruppen im unaufgewärmten Zustand anders ist als nach ausreichendem Aufwärmen, denn zieht sich ein Muskel (Agonist) zusammen, gibt es auch eine kleine Kontraktion des Gegenspielers (Antagonist). Das Zusammenspiel von Agonisten und Antagonisten in der Bewegung wird fortwährend durch die Rückmeldung der Propriozeptoren koordiniert. 

Propriozeptoren sind Sinnesrezeptoren in Muskeln, Sehnen und Gelenken, die dem Gehirn kontinuierlich Informationen über die Position, Bewegung, Spannung und Kraft des Körpers im Raum liefern. Es wird angenommen, dass die Gegenspieler ohne vorheriges Aufwärmen stärker aktiviert sind, um den Agonisten vor Verletzungen zu schützen. Dadurch ist der Bewegungsumfang zunächst einmal verringert, bis die Muskulatur entsprechend aufgewärmt ist. 

Weiterhin erhöht Kälte die Viskosität der Synovialflüssigkeit, was zur Folge hat, dass die Gelenke des Pferdes zu Beginn der Bewegung weniger geschmeidig arbeiten.

Bewegungsmangel verstärkt das Problem

Ein weiterer Faktor, warum Pferde in der kalten Jahreszeit häufig Probleme mit der Muskulatur und damit auch am Bewegungsapparat haben, ist…

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Text: Friederike Fritz, Foto: Heike Klar