Training in und nach der Winterpause
Muskulatur, Kondition & Koordination aufbauen
Der Frühling steht vor der Tür und damit auch der Beginn der Reitsaison. Die Aussicht auf lange Ausritte, Arbeit draußen auf dem Platz oder die sportliche Vorfreude auf die kommenden Turniere lässt das Reiterherz höherschlagen. Also raus aus den Winterklamotten und rauf aufs Pferd! Oder sollte man doch etwas geplanter an den Saisonstart herantreten? Tierärztin und Reha-Expertin Sabrina Moreis hat sich dieser kniffeligen Frage gewidmet.
Ehe man sich dem korrekten Trainingsstart nach der Winterpause widmet, gilt es differenziert die Art der Winterpause anzuschauen: Sprechen wir von einem Offenstall-Pferd ohne Halle, von einem Reitstall-Pferd mit Halle oder von einem Sport-Pferd? Es muss uns zunächst bewusst sein, dass ein Pferd keine Maschine mit einem „ON-/OFF-Schalter“ ist, sondern dass die individuelle körperliche Verfassung des jeweiligen Pferdes unseren Umgang, das Training, aber auch Trainingspausen spiegelt und dementsprechend ein sehr differenziertes Herangehen an das Auf- und Antrainieren verlangt.
Muskulatur, Kondition und Koordination
Je nach Nutzung unseres Pferdes werden Muskulatur, Kondition und Koordination aufgebaut. Je intensiver und besser das Training ist, umso adäquater passt sich der Organismus den Herausforderungen an. Das heißt nicht nur, dass gewisse Lektionen abgerufen werden können oder Muskulatur aufgebaut wird, sondern insgesamt kommt es zu einer Anpassungsreaktion des Körpers.
Muskulatur: Krafttraining führt zum Aufbau der Muskulatur.
Stoffwechsel/Energie: Mehr Muskeln brauchen mehr Energie; Insulinsensitivität und Fettverbrennung steigen.
Herz-Kreislauf-System: Herz- und Atemfrequenz steigen, Herzzeitvolumen (die Blutmenge, die das Herz pro Minute in den Kreislauf pumpt), Lungenvolumen und Durchblutung erhöhen sich, um die Muskulatur mit mehr Sauerstoff und Energie zu versorgen. Je nach Training lassen sich diese Anpassungen chemisch im Blut oder durch die zunehmende Herzgröße darstellen.
Stützapparat: Das Training stärkt nicht nur die Muskulatur, sondern auch Knochen, Sehnen und Bänder, was den Körper vor Verletzungen schützt.
Nervensystem: Abwechslungsreiches Training fördert die Koordination und Tiefensensibilität, was Bewegungen flüssiger, taktreiner, aber auch trittsicherer macht.
Psyche: Angepasstes Training führt zu Stressabbau und zur Ausschüttung körpereigener Glückshormone (Endorphine).
All diese Parameter werden im Hochleistungssport beim Menschen genauestens untersucht, dokumentiert und gesteuert, im Pferdesport wird dem jedoch noch kaum Beachtung geschenkt. Dies gilt nicht nur für den Leistungssport, sondern auch im gehobenen Freizeit-Reitsport, der in der Saison ein gewisses Niveau aufbaut, im Winter dann aber abrupt in Pause geht.
Abtrainieren – Auftrainieren
Auftrainieren ist stets in aller Munde, zunächst sollte aber bedacht werden, dass vor dem Auftrainieren bei allen Pferden…
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Text: Sabrina Moreis, Foto: Heike Klar
